Das Bild zeigt eine Frau mit Brille und mittellangen Haaren auf dem Display eines Laptops. Davor sitzt eine andere Person.

Videosprechstunde auf dem Vormarsch

Ein Beitrag von Birgit Barth

Videosprechstunden sind mittlerweile voll im Trend. Doch was sagen die Patient*innen dazu? Für welchen Anbieter sollte man sich entscheiden? Und muss das auf die Website?

Während der Corona-Krise zeichnet sich ein Trend ab: Bisherige Vorbehalte gegen die Videosprechstunde werden sowohl auf Seiten der Ärzt*innen als auch von den Patient*innen zunehmend über Bord geworfen. Dazu tragen in den Arztpraxen sicherlich auch die gelockerten rechtlichen Rahmenbedingungen bei, die die Nutzung der Video-Sprechstunde aktuell deutlich vereinfachen.

Bei den Patient*innen leistet anfangs zumeist „Corona“ Vorschub, nach den ersten Erfahrungen kommt der Online-Arztbesuch dann aber auch gut an.

Das sagen die Patient*innen zur Videosprechstunde

„Deutschlands Patienten fordern mehr digitale Gesundheitsangebote“, meldete der Digitalverband Bitkom am 09.07.2020 und veröffentlichte in diesem Rahmen auch die Ergebnisse aus seiner Studie.

Jeder achte Befragte (13 %) hat demnach bereits eine Videosprechstunde bei einem Arzt oder Therapeuten wahrgenommen. Das trifft auf Frauen (16 %) fast doppelt so häufig zu wie auf Männer (9 %). Wer einmal in der Videosprechstunde war, will wieder hin: So sagen 12 %, auch künftig wieder eine Video-Sprechstunde nutzen zu wollen, nur 1 % will davon absehen.

Wenn eine Video-Sprechstunde in Anspruch genommen wird, dann fast ausschließlich beim eigenen, bereits bekannten Arzt (97 %). Der Rest bucht einen Besuch bei einem bislang unbekannten Arzt über eine Online-Plattform. Der Online-Arztbesuch wurde von den Teilnehmern dabei grundsätzlich positiv erlebt: 87 % beurteilen ihre Erfahrung gut oder sehr gut. Für viele war das Corona-Virus Ausschlag gebend, um eine Video-Sprechstunde zu nutzen: So sorgen sich 85 % vor einer Infektion mit Covid-19 in der Arztpraxis. 41 % haben Angst, sich im Wartezimmer mit einer anderen Krankheit anzustecken. Mehr als jeder Zweite (54 %) gibt als Grund an, möglichst schnell einen ärztlichen Rat erhalten zu wollen, weitere Gründe sind die Vermeidung von Wartezeit (38 %), Bequemlichkeit (35 %) und bei jedem Vierten (26 %): Neugier.

Auch bei jenen, die bislang nur persönlich in der Praxis vorstellig wurden, herrscht eine große Offenheit für digitale Angebote: Fast jeder Zweite (45 %) kann sich vorstellen, künftig eine Video-Sprechstunde wahrzunehmen. 38 % schließen dies jedoch für sich aus. In dieser Gruppe bevorzugt die Mehrheit ein persönliches Gespräch (84 %) oder hat Sorge vor einer Fehldiagnose (75 %), wenn man sich nur online trifft. Jeder fünfte unter denjenigen, die eine Video-Sprechstunde ablehnen (21 %), verfügt nicht über die notwendigen technischen Voraussetzungen bei sich.

Antworten als Diagramm dargestellt
Bitkom fragte: „Aus welchem Grund haben Sie die Videosprechstunde genutzt?“

Welche Anbieter machen das Rennen?

Mit Stand vom 17.07.2020 gibt es 44 zertifizierte Angebote für Videosprechstunden. Die Zahl der Zertifizierungen nimmt dabei beständig noch zu. Die vergebenen Zertifizierungen haben vor dem Hintergrund der durch den Anbieter zu erfüllenden Auflagen immer nur für einen festgelegten Zeitraum Gültigkeit. Einige Unternehmen, deren Angebot nicht im ausreichenden Umfang frequentiert wird, werden im Lauf der Zeit sicherlich die Segel streichen müssen. Der Markt wird sich bereinigen. Für einige Arztpraxen wird das dann bedeuten, dass sie sich dann noch einmal nach einem neuen Anbieter umschauen müssen.

Gar nicht so leicht, das richtige Angebot zu finden…

Was dringend fehlt, ist eine umfassende vergleichende Gegenüberstellung der jeweiligen Leistungen und Preise. Hier gibt es nämlich teils gravierende Unterschiede. Im Durchschnitt über alle Anbieter scheinen die Kosten derzeit bei ca. 50,00 EUR/Monat zu liegen. Dabei werden häufig auch Tarife mit unterschiedlichem Umfang angeboten, der sich dann auch im Preis ausdrückt. Hier kann sich beispielsweise die Nutzung durch mehrere Ärzt*innen einer Praxis niederschlagen sowie auch die Möglichkeit, Experten im Konsil hinzuzuschalten oder eine Videokonferenz abzuhalten.

Aktuell wird von mehreren Anbietern immer noch eine kostenfreie Nutzung vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie angeboten. Andere werben mit einem Probemonat.

Alle Infos zur Abrechnung sowie auch die vollständige Liste der zertifizierten Anbieter findet man → hier bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Unser Tipp: Nutzen Sie diese Angebote und testen sie Videosprechstunden. Vergessen Sie dabei auch nicht, den Anbieter Ihrer Praxissoftware zu fragen. Einige bieten eine gut in die Praxissoftware integrierte Videosprechstunde an. Preislich betrachtet, könnte ein externes Angebot, das sich integrieren lässt, aber durchaus günstiger sein.

Und die Praxis-Website? Hat die etwas damit zu tun?

Grundsätzlich hat die Website einer Arztpraxis erst einmal gar nichts mit der Videosprechstunde zu tun. Die Homepage eignet sich allerdings gut, das Online-Angebot bekannt zu machen, dort z.B. für die Patient*innen den Ablauf zu erklären, einen Link zum Online-Wartezimmer anzubieten oder das Angebot komplett zu integrieren, wenn die gewählte Software das zulässt. – Darum kümmern wir uns dann…


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