Pappe mit Schuhabdrücken darauf

Wenn bei der DHL eine Trittleiter fehlt und auch sonst nichts klappt

Eine Ärztin, mit der wir schön länger gut zusammenarbeiten, hatte uns mit Print-Produkten beauftragt. Sehr zufrieden mit unserem Entwurf orderte sie gleich eine größere Menge davon. So kam es, dass zwei Pakete mit einem Gewicht von je 30 kg von der Druckerei zu uns unterwegs waren.


Die Druckerei hatte zusagt, dass die Ware binnen 48 Stunden vor Ort sein würde. Da wir auf eine längere völlig unproblematische Zusammenarbeit zurückschauen können, haben wir gerne noch etwas Wartezeit dazugegeben. Nach einer Woche haben wir die Druckerei auf die fehlende Lieferung angesprochen. Dort war man sehr überrascht. Die beiden Kartons seien ordnungsgemäß bei DHL in Auftrag gegeben worden. Laut Sendeprotokoll sei die Ware auch bereits ausgeliefert worden.

Wenn es mit der Lieferung nicht klappt

Die Druckerei stellte einen Nachforschungsauftrag und erfuhr, dass der Sendebericht nicht die Wahrheit sagte. Die Pakete waren in einem Paketzentrum stecken geblieben. Es hieß, sie würden jetzt noch einmal auf den Weg gebracht.

Eine weitere Woche verging. In der Woche erreichten uns einige kleinere Sendungen via DHL, aber nicht diese beiden Pakete. Die Druckerei gab uns die Kontaktdaten für die Nachforschung und bot uns an, den Print-Auftrag erneut auszuführen. Doch erst einmal nahmen wir jetzt Kontakt mit der DHL auf. Auch uns sagte man, dass die Pakete immer noch in einem Paketzentrum ganz bei uns in der Nähe lägen. Dass wir nach mittlerweile mehr als drei Wochen Wartezeit deutlich weniger umgänglich waren als zuvor, dürfte verständlich sein. Und so wurden die Pakete nach fast einem Monat doch noch geliefert.

Die Geschichte mit der Trittleiter

Beide Pakete hatten verschiedene schmutzige Schleifspuren an allen Seiten. Sie waren offensichtlich mehrfach bewegt, gedreht, umgestapelt und über den Boden geschleift worden. Zwei Ecken waren angeschlagen, der Karton dort aufgeplatzt. Wären die Pakete so auf die Ecke gefallen, wäre bei einem Gewicht von 30 kg ein größerer Schaden entstanden. Die Vermutung ging daher dahin, das andere Dinge darauf gefallen waren. Auf mehreren Seiten der Kartons prangten Abdrücke von verschiedenen schmutzigen Schuhsohlen. Und so konnten wir letztlich den Grund für die späte Lieferung erkennen:

Im Paketzentrum fehlt es an einer Trittleiter. Die beiden großen Pakete kamen deshalb gerade richtig. Statt mehrere kleine Pakete zum Draufsteigen stapeln zu müssen, konnte man nun diese Pakete durch das Zentrum schieben und sie als Trittleiter verwenden, wann immer eine gebraucht wurde. Man war sehr dankbar, dass diese Pakete so großzügig zur Verfügung gestellt worden waren.

Wahrscheinlich aber eher so

Tatsächlich wird es wahrscheinlich eher so gewesen sein: Die Pakete wurden von einem Mitarbeiter im System als „zugestellt“ markiert, weil es so hätte sein sollen. Der Zusteller hatte aber keine Lust, sich mit dem Gewicht von zweimal 30 kg abzuplagen. Deshalb hat er die Pakete stehen gelassen. Weil in dem Paketzentrum eine Hand vermutlich nicht weiß, was die andere macht und ein Qualitätsmanagement wohl nicht stattfindet, sind die Pakete niemandem weiter aufgefallen. Als Tritt waren sie aber mehreren Personen, die nichts hinterfragen und denen der Gesamtablauf schnurzegal ist, sehr willkommen.

Unser Dank geht an die Ärztin, die so viel Geduld bewiesen hat. Wenn sie es gewollt hätte, hätten wir den Druckauftrag jederzeit neu vergeben.

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